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Unterarten der Europäischen Sumpfschildkröte

Die Einteilung in Unterarten hat sich bei der Europäischen Sumpfschildkröte in jüngerer Zeit mehrfach geändert. Uwe Fritz und Peter Havasz erwähnten in ihrer "Checklist of the Chelonians of the World" für das CITES Nomenklatur-Komitee im Jahr 2007 noch 14 Unterarten für Emys orbicularis, wovon die meisten erst rund 10 Jahre zuvor beschrieben worden waren. Zwei Jahre später schrumpfte die Anzahl wieder auf acht Unterarten, und in der derzeit neuesten Checkliste der Turtle Taxonomy Working Group von 2017 werden nur noch folgende sieben Unterarten angegeben:


Emys orbicularis orbicularis (Linnaeus, 1758 sensu lato)

Beschreibung: Prof. Uwe Fritz vom Senckenberg Museum in Dresden beschreibt - basierend auf genetischen Untersuchungen - zwei Unterformen, entsprechend den Haplotypenlinien I und II. Die Unterform I ist vorwiegend schwarz mit nur wenigen hellen Kehlflecken, bis max. 23 cm SCL. Die Unterform II  ist etwas heller mit häufig gelbem Bauchpanzer und hellerer Kehlfärbung bei Weibchen, max. 20 cm SCL. Plastron zumindest bei Männchen größtenteils schwarz, Nuchale grundsätzlich trapezförmig. Vorderbein meist mit nur einem schmalen gelben Streifen. Männchen mit roter Iris und kleiner als Weibchen. Plastra von Männchen gelegentlich mit charakteristischer Sprenkelung auf dunklem Grund. Schlüpflinge mit ausladender, großer dunkler Plastralfigur."
Verbreitung: Unterform I, von Ost-Polen bis an den Aralsee, Unterform II, Mittelfrankreich, Donau-Einzugsgebiet, Nordostdeutschland, Westpolen, in den beiden letzten Habitaten möglicherweise Mischformen mit Unterform I
mtDNA (Haplotyp): Linien I und II
Synonyme: u.a. Emys orbicularis luteofusca (Fritz, 1989) und Emys orbicularis colchica (Fritz, 1994 sensu lato)

Emys orbicularis Haplotyp II b BrandenburgEmys o. orbicularis Haplotyp II b Brandenburg
Emys o. orbicularis, links: älteres Weibchen, Haplotyp II b, rechts: semiadultes Jungtier, Haplotap II a

Emys orbicularis hellenica
Emys orbicularis in der Nähe von Izmir, Westtürkei, ehemals als E.o.hellenica bezeichnete Tiere aus Anatolien werden inzwischen wieder der Nominatform zugeordnet, Fritz et al. 2009 (Foto M.Auer)


Emys orbicularis eiselti (Fritz, Baran, Budak, Amthauer, 1998)

Beschreibung: nahezu einfarbig schwarz, sehr kleine Gularschilder, SCL bis 13 cm
Vorkommen: Südostanatolien, Syrien
mtDNA (Haplotyp): Linie X


Emys orbicularis galloitalica (Fritz, 1995)

Beschreibung: kleine bis mittelgroße Unterart mit stark unterschiedlicher Rückenpanzerfärbung, Bauchpanzer meist gelb, Männchen mit gelber oder weißer Irisfärbung, SCL max. 16,5 cm, meist aber unter 15 cm.
Verbreitung: Süd- und Westfrankreich, Korsika, Italien, Sardinien
mtDNA (Haplotyp):
Synonyme:
Emys orbicularis lanzai (Fritz,1995), Emys orbicularis capolongoi (Fritz,1995)

Emys orbicularis galloitalica Emys orbicularis galloitalica

Emys orbicularis galloitalica, Jungtier, Foto: Biodiversité


Emys orbicularis hellenica (Valenciennes in Bibron, Bory de Saint-Vincent, 1832)

Beschreibung: Tiere regional sehr unterschiedlich groß, von 10 cm bis über 19cm SCL. Rückenpanzer dunkel, Bauchpanzer meist gelb, manchmal mit verwaschener dunkler Zeichnung. Männchen und Weibchen unterscheiden sich in der Färbung, bei Weibchen ist die Kehle einfarbig gelb. Männchen unregelmäßig gezeichnet.
Verbreitung: Albanien, Bosnien und Herzegovina, Kroatien, Griechenland, Italien, Kosovo, Macedonieen, Montenegro, Serbia, Slovenien mtDNA (Haplotyp): Linie IV

Emys orbicularis hellenica Emys orbicularis hellenica Emys orbicularis hellenica
Emys orbicularis hellenica, die Färbung des Bauchpanzers fällt sehr variabel aus, Fotos M. Auer


Emys orbicularis ingauna (Jesu, et al., 2004)

Beschreibung: Hauptsächliches Unterscheidungsmerkmal zu E.o.galloitalica ist die einheitlich kastanienbraune Färbung von Rückenpanzer, Kopf und Vorderextremitäten, mit nur geringer Zeichnung aus dünnen schwarzen Linien oder hellen Punkten. Weibchen und viele Männchen haben eine charakteristische, gelbe Linie an den Vorderbeinen, vom Ellbogen zwischen die ersten beiden Krallen, max. 15 cm SCL
Verbreitung: überwiegend Provinz Savona, Ligurien, Italien
mtDNA (Haplotyp):


Emys orbicularis occidentalis (Fritz, 1993)

Beschreibung: Mittelgroße, großköpfige Sumpfschildkröte mit sehr langer Intergularnaht und geschnörkelter, vermiformer Kopfzeichnung. Vorderbeine meist mit zwei gelben Streifen. Beide Geschlechter gleich groß. Männchen mit gelber, weißer oder brauner Iris". Schlüpflinge mit dunkler Zeichnung auf Bauchpanzer, SCL max. 15cm  ),
Vorkommen: Marokko, Algerien, Tunesien, Spanien
mtDNA (Haplotyp):
Frühere Unterarten, jetzt Synonyme: Emys orbicularis hispanica, Emys orbicularis fritzjuergenobsti


Emys orbicularis persica (Eichwald, 1831)

Beschreibung: "Kleine bis mittelgroße Sumpfschildkröten mit gelben Kehlen, Nuchale grundsätzlich trapezförmig, Männchen mit braun/schwarz reticulierter Kopfzeichnung, Weibchen mit gelben Punkten auf dunklem Grund. Dunkler Carapax, häufig mit ganz feinen gelben Punkten. Weibchen kleiner als Männchen, Iris von Männchen rötlich. Schlüpflinge mit ausladender großer dunkler Plastralfigur" , max. 18cm SCL, meist kleiner [1]
Vorkommen: Iran, Turkmenien, Südrussland
mtDNA (Haplotyp): Linie VII
Synonyme: Emys orbicularis iberica (Eichwald, 1831) wurde inzwischen der Unterart "persica" zugeordnet (Fritz et al. 2009)

Emys o. persica aus Asserbaidschan Emys o. persica aus Asserbaidschan Emys o. persica aus Asserbaidschan
Emys o. persica im Habitat (Asserbaidschan, i. d. Nähe von Astara, Iran), Fotos: M. Auer



2005 wurde eine zweite europäische Emys-Art beschrieben Emys trinacris, die aber hier als andere Spezies nicht weiter behandelt wird.


Quellen

[1] Angaben und Zitate aus: U.Fritz (2003), Die Europäische Sumpfschildkröte, Laurenti Verlag, Bielefeld

[2] Jesu R., Piombo R., Salvidio S., Lamagn l., Ortale S. & Genta p.(2004): Un nuovo taxon di testuggine palustre endemico della liguria occidentale: Emys orbicularis ingauna n. ssp., Ann. Mus. Civ. Stor. natur. “G. Doria”, 96: 113;





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