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Unterarten der Europäischen Sumpfschildkröte


Occidentalis-Gruppe

"Mittelgroße, großköpfige Sumpfschildkröte mit sehr langer Intergularnaht und geschnörkelter, vermiformer Kopfzeichnung auf schwarzem oder dunklem Grund. Vorderbein meist mit zwei gelben Streifen. Beide Geschlechter gleich groß. Männchen mit gelber, weißer oder brauner Iris" [1]


Emys orbicularis occidentalis (Fritz, 1993)

Beschreibung: dunkel gefärbte Unterart, Schlüpflinge mit dunkler Zeichnung auf Bauchpanzer, max. 15cm  Stockmaß Carapaxlänge (SCL),
Vorkommen: Marokko, Algerien, Tunesien
mtDNA (Haplotyp):
Terra typica: Kenitra, Marokko
Namensherkunft:
Originalbeschreibung: FRITZ, U. (1993): Zool. Abh. Mus. Tierkd. Dresden 47 (11): 131-155.
Holotype: SMNS 4698-4703, SMNS 5619 (Paratypi)


Emys orbicularis hispanica (Fritz, Keller, Budde, 1996)

Beschreibung: hellere Unterart, Schlüpflinge mit dunkler Zeichnung auf Bauchpanzer, max. 17cm SCL
Vorkommen: Donana (Spanien)
mtDNA (Haplotyp):
Terra typica:
Namensherkunft:
Originalbeschreibung:
Holotype:


Emys orbicularis fritzjuergenobsti (Fritz,1993)

Beschreibung: hellere Unterart mit auffallend schmalem Panzer, Bauchpanzer meist einfarbig gelb, max. 15cm. SCL
Vorkommen: spanische Mittelmeerküste
mtDNA (Haplotyp):
Terra typica: Castellón de la Plana, Spanien
Namensherkunft:
Originalbeschreibung: FRITZ, U. (1993): Zool. Abh. Mus. Tierkd. Dresden 47 (11): 131-155.
Holotype: SMNS 4639, SMNS 4639, SMNS 5496, SMNS 7845 (Paratypi)


Galloitalica-Gruppe

"Kleine bis mittelgroße Sumpfschildkröten mit schmalem, rechteckigen Nuchale. Vorderbein meist nur mit einem gelben Streifen. Männchen kleiner als Weibchen und mit weißer oder gelblicher Irisfärbung. Schlüpflinge mit kleiner bis mäßig großer dunkler Plastralfigur." [1]


Emys orbicularis galloitalica (Fritz, 1995)

Beschreibung: Unterart mit stark unterschiedlicher Rückenpanzerfärbung, Bauchpanzer meist gelb, max. 16,5cm, meist aber unter 15cm SCL.
Vorkommen: Süd-, Westfrankreich und Italien
mtDNA (Haplotyp):
Terra typica:
Namensherkunft:
Originalbeschreibung:
Holotype:

Emys orbicularis galloitalica Emys orbicularis galloitalica
Abb. 1 Emys orbicularis galloitalica, Jungtier
Foto: Biodiversité


Emys orbicularis lanzai (Fritz,1995)

Beschreibung: Bauch- und Rückenpanzer dunkel, max. 15 cm SCL
Vorkommen: Korsika
mtDNA (Haplotyp):
Terra typica: Santa Lucia di Porto-Vecchio, Korsika
Namensherkunft:
Originalbeschreibung: FRITZ, U. (1995): Zool. Abh. Mus. Tierkd. Dresden 48 (13): 185-242.
Holotype: SMNS 5491-92, SMNS 5495, SMNS 7822 (Paratypi)


Emys orbicularis capolongoi (Fritz,1995)

Beschreibung: helle Unterart, Bauchpanzer einfarbig gelb, nur selten mit dunklen Flecken, max. 14,5cm SCL
Vorkommen: Sardinien
mtDNA (Haplotyp):
Terra typica: Olbia, Sardinien
Namensherkunft:
Originalbeschreibung: FRITZ, U. (1995): Zool. Abh. Mus. Tierkd. Dresden 48 (13): 185-242.
Holotype: SMNS 7854 (Paratype)


Emys orbicularis ingauna (Jesu, 2004) [2]

Beschreibung: Hauptsächliches Unterscheidungsmerkmal zu E.o.galloitalica ist die einheitlich kastanienbraune Färbung von Rückenpanzer, Kopf und Vorderextremitäten, mit nur geringer Zeichnung aus dünnen schwarzen Linien oder hellen Punkten. Weibchen und viele Männchen haben eine charakteristische, gelbe Linie an den Vorderbeinen, vom Ellbogen zwischen die ersten beiden Krallen, max. 15 cm SCL
Vorkommen: überwiegend Provinz Savona, Ligurien, Italien
mtDNA (Haplotyp):
Terra typica:
Namensherkunft:
Originalbeschreibung:
Holotype:


Orbicularis-Gruppe

"Sehr dunkel gefärbte, vorwiegend mittelgroße bis große Sumpfschildkröte. Plastron zumindest bei Männchen größtenteils schwarz, Nuchale grundsätzlich trapezförmig. Vorderbein meist mit nur einem schmalen gelben Streifen. Männchen mit roter Iris und kleiner als Weibchen. Plastra von Männchen gelegentlich mit charakteristischer Sprenkelung auf dunklem Grund. Schlüpflinge mit ausladender, großer dunkler Plastralfigur."  [1]


Emys orbicularis orbicularis (Linnaeus, 1758 sensu lato)

Beschreibung: U.Fritz beschreibt zwei neue Unterformen, entsprechend den Haplotypenlinien I und II, die Unterform I ist vorwiegend schwarz mit nur wenigen hellen Kehlflecken, bis max. 23 cm SCL, die Unterform II  ist etwas heller mit häufig gelbem Bauchpanzer und hellerer Kehlfärbung bei Weibchen, max. 20 cm SCL.
Vorkommen: Unterform I, von Ost-Polen bis an den Aralsee, Unterform II, Mittelfrankreich, Donau-Einzugsgebiet, Nordostdeutschland, Westpolen, in den beiden letzten Habitaten möglicherweise Mischformen mit Unterform I
mtDNA (Haplotyp): Linien I und II
Terra typica: Südeuropa
Namensherkunft:
Originalbeschreibung:
Holotype:
Synonyme: Emys orbicularis luteofusca (Fritz, 1989) und Emys orbicularis colchica (Fritz, 1994 sensu lato) wurden inzwischen wieder der Nominatform zugeordnet (Fritz et al. 2009)

Emys orbicularis Haplotyp II b Brandenburg Emys o. orbicularis Haplotyp II b Brandenburg
Emys o. orbicularis, Haplotyp II b Brandenburg, älteres Weibchen (li) und semiadultes Jungtier (re)


Emys orbicularis eiselti (Fritz, Baran, Budak, Amthauer, 1998)

Beschreibung: nahezu einfarbig schwarz, sehr kleine Gularschilder, bis 13 cm SCL
Vorkommen: Südostanatolien
mtDNA (Haplotyp): Linie X
Terra typica:
Namensherkunft:
Originalbeschreibung:
Holotype:


Hellenica-Gruppe


Emys orbicularis hellenica (Valenciennes in Bibron, Bory de Saint-Vincent, 1832)

Beschreibung: Tiere regional sehr unterschiedlich groß, von 10cm bis über 19cm SCL. Rückenpanzer dunkel, Bauchpanzer meist gelb, manchmal mit verwaschener dunkler Zeichnung. Männchen und Weibchen unterscheiden sich in der Färbung, bei Weibchen ist die Kehle einfarbig gelb. Männchen unregelmäßig gezeichnet.
Vorkommen: Italien, Balkan
mtDNA (Haplotyp): Linie IV
Terra typica:
Namensherkunft:
Originalbeschreibung:
Holotype:


Emys orbicularis hellenica
Emys orbicularis hellenica im Habitat (i. d. Nähe von Izmir, Westtürkei), Foto M.Auer (Tiere aus Anatolien wurden inzwischen wieder der Nominatform zugeordnet (Fritz et al. 2009)


Emys orbicularis hellenica Emys orbicularis hellenica Emys orbicularis hellenica
Emys orbicularis hellenica, die Färbung des Bauchpanzers fällt sehr variabel aus, Fotos M. Auer


Iberica-Gruppe


Emys orbicularis persica (Eichwald, 1831)

Beschreibung: "Kleine bis mittelgroße Sumpfschildkröten mit gelben Kehlen, Nuchale grundsätzlich trapezförmig, Männchen mit braun/schwarz reticulierter Kopfzeichnung, Weibchen mit gelben Punkten auf dunklem Grund. Dunkler Carapax, häufig mit ganz feinen gelben Punkten. Weibchen kleiner als Männchen, Iris von Männchen rötlich. Schlüpflinge mit ausladender großer dunkler Plastralfigur" , max. 18cm SCL, meist kleiner [1]
Vorkommen: Iran, Turkmenien, Südrussland
mtDNA (Haplotyp): Linie VII
Terra typica:
Namensherkunft:
Originalbeschreibung:
Holotype:
Synonyme: Emys orbicularis iberica (Eichwald, 1831) wurde inzwischen der Unterart "persica" zugeordnet (Fritz et al. 2009)

Emys o. persica aus Asserbaidschan Emys o. persica aus Asserbaidschan Emys o. persica aus Asserbaidschan
Emys o. persica im Habitat (Asserbaidschan, i. d. Nähe von Astara, Iran), Fotos: M. Auer



2005 wurde eine zweite europäische Emys-Art beschrieben Emys trinacris, die aber hier als andere Spezies nicht weiter behandelt wird.


Quellen

[1] Angaben und Zitate aus: U.Fritz (2003), Die Europäische Sumpfschildkröte, Laurenti Verlag, Bielefeld

[2] Jesu R., Piombo R., Salvidio S., Lamagn l., Ortale S. & Genta p.(2004): Un nuovo taxon di testuggine palustre endemico della liguria occidentale: Emys orbicularis ingauna n. ssp., Ann. Mus. Civ. Stor. natur. “G. Doria”, 96: 113;





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