Fütterung in separater Wasserschale



Die Fütterung von öligem Futter wie Forelle oder anderem stark verschmutzenden Futter wie Lebendfutter oder Rinderleber verursacht manchmal Probleme im Aquarium. Man füttert solche Futtersorten deshalb am besten in einer separaten Schale und verwirft das verschmutzte Wasser nach der Fütterung. Mit dieser Methode kann auch gezielt überprüft werden, wie viel die einzelnen Tiere fressen und verhindert werden, dass stärkere Tiere die schwächeren vom Fressen abdrängen. Darüberhinaus können auch einmal größere Brocken serviert werden, die zerrissen werden müssen. Eine sinnvolle Abwechslung zu den sonstigen mundgerechten Happen, was im Aquarium aber schnell Probleme mit der Wasserqualität geben kann.

Diese Methode eignet sich für eingewöhnte und gut fressende, nicht zu scheue Tiere. Am leichtesten klappt es natürlich mit Jungtieren. Hier füllt man eine durchsichtige hohe Plastikschale* etwa zur Hälfte mit dem warmen Aquarienwasser und lässt diese im Becken selber schwimmen. Nach ein bis zwei Fastentagen setzt man die Schildkröten einzeln in das Futterbecken, in das man vorher eine Portion Lieblingsfutter, vorzugsweise Lebendfutter gegeben hat. Da die Tiere die durchsichtigen Ränder der Schale kaum sehen, sondern fast nur ihre vertraute Umgebung, dauert es meist nicht lange bis sich den verführerisch zappelnden Wurm vor ihrer Nase schnappen. Etwa 10 Minuten sollte man in den ersten Tagen aber einkalkulieren. Wenn es nicht gleich beim ersten  Mal klappt, hilft bestimmt ein weiterer Fastentag.

Gelegentlich wird argumentiert, diese Methode würde die Tiere zu stark stressen. Aber nach kurzer Eingewöhnungsphase von vielleicht zwei Wochen stürzen sich die Tiere in Sekundenschnelle nach dem Umsetzen auf das Futter, sicher kein Zeichen von starkem Stress. Allerdings sollte man sie nach der Eingewöhnung nicht mehr fangen, sondern sich auf die flache Hand schwimmen lassen und nur die füttern, die freiwillig kommen. Niemals auf dem Landteil greifen, das erzeugt Panik! Wenn sie gelernt haben, freiwillig zu kommen, dann kommen sie auch aus dem Gartenteich auf einem zu!

Wenn man dann nach der Fütterung die meist unglaublich dreckige und nach Fisch stinkende Brühe aus dem Aquarium nehmen und in den Abfluss schütten kann, dann weiß man die Vorzüge dieser Methode zu schätzen...


* durchsichtige und farblose Plastikschalen, in denen Obst verkauft wird, eignen sich prima und sind kostenlos. Leider sind solche ohne Löcher im Boden selten, evtl. ein Mini-Plastikaquarium oder eine andere hohe Schale verwenden.


Beispiel für wöchentliches Futterschema für ältere Jungtiere und Adulti

Mit der Einführung eines "Speiseplanes" zwingt man sich zur Einhaltung einer abwechslungsreichen Fütterung. Komponenten jeweils im im wöchentlichen Wechsel geben, so erreicht man leicht, daß alles nur zweimal pro Monat gefüttert wird:

  1. Lebendfuttertag: Nackt- und Gehäuseschnecken, Regenwürmer, Asseln, Mehlwürmer, etc.
  2. Grünfutter-/Fastentag: Wasserlinsen, Wasserhyazinthen, Wassersalat, Löwenzahn
  3. Fleischtag: ganze Mäuse, Herz und Leber von Rind, Hähnchen, Pute, etc.
  4. Grünfutter-Fastentag: s.o.
  5. Trockenfuttertag: Bachflohkrebse (Gammarus), Raffy Royal, Tetra Reptomin, Trockenfische für Katzen
  6. Fischtag: Forelle, Guppies, Stint, Weißfisch, Muscheln
  7. Grünfutter-/ Fastentag: s.o.

Am leichtesten ist dieses Futterschema einzuhalten, wenn man sich die einzelnen Komponenten vorbereitet und portionsweise einfriert. Dazu eigen sich hervorragend tiefgezogene Plastikschalen, wie man sie in Gebäck- oder Pralinenschachteln bekommt.
Alle Komponenten in einem sog. Schildkrötenpudding zusammenzumischen, ist ebenfalls eine Lösung. Die Tiere haben dann aber nicht die emotionale Erfahrung von nach Geschmack und Konsistenz verschiedenen Futtersorten, eine Erfahrung, die man ihnen in der ohnehin schon reizarmen Gefangenenhaltung nicht auch noch vorenthalten sollte.





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